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Presse
 

10.10.2007 Abgeltungssteuer bringt Umbruch im Zertifikatemarkt

  • Zertifikatemarkt wird um 15 Prozent jährlich wachsen
  • Wachstumsschub bei Garantie-Zertifikaten erwartet
  • Index- und Discount-Zertifikate als Verlierer

Düsseldorf, 10. Oktober 2007. „Mit der Einführung der Abgeltungssteuer und der Abschaffung der Spekulationsfrist wird sich der Markt für Anlagezertifikate bis 2009 grundlegend wandeln“, sagt Silke Müller, Produktentwicklerin bei der WGZ BANK. Einerseits werden Produkte mit einer Kapitalgarantie zukünftig attraktiver. Kapitalgarantierte Zertifikate unterliegen bislang dem persönlichen Grenzsteuersatz von bis zu 45 Prozent und werden nur noch mit der 25-prozentigen Abgeltungssteuer (zuzüglich Solidaritätszuschlag) belegt. Andererseits werden Produkte ohne Kapitalgarantie stärker von der Steuer belastet. Solche Produkte können derzeit nach Ablauf der Spekulationsfrist noch steuerfrei veräußert werden.

Zertifikatemarkt wird um 15 Prozent jährlich wachsen

Am Markt für Anlagezertifikate von derzeit rund 140 Milliarden Euro erreichen Garantie-Zertifikate heute einen Anteil von rund einem Drittel. Müller: „Der Markt für Zertifikate wird in den kommenden Jahren um rund 15 Prozent jährlich wachsen. Die Garantie-Zertifikate werden hierbei einen besonders starken Wachstumsschub erleben und schon bald mehr als 40 Prozent des Marktes auf sich vereinigen.“ Auch Aktienanleihen, die bislang nur einen geringen Marktanteil von einem Prozent hatten, werden an Bedeutung gewinnen und können einen Anteil von bis zu 5 Prozent am Zertifikatemarkt erreichen. Denn Aktienanleihen profitieren wie alle Anleiheformen von der neuen steuerlichen Regelung. Bei Indexzertifikaten wird sich die Nachfrage differenziert entwickeln. Müller: „Während Aktienindex-Zertifikate aufgrund der stärkeren steuerlichen Belastung und der zunehmenden Konkurrenz durch Indexfonds an Bedeutung verlieren, dürften Rentenindexzertifikate zukünftig stärker nachgefragt werden“.
Vor dem 30. Juni 2008 werden die Anleger die bisherigen steuerlichen Vorteile von Bonus-, Outperformance- und Discount-Zertifikaten sowie Basket- und Strategie-Zertifikaten noch verstärkt nutzen. „Dagegen dürften diese Produkte ab Mitte des kommenden Jahres aufgrund der künftig stärkeren steuerlichen Belastung voraussichtlich weniger nachgefragt werden.“
Ab dem 1. Januar 2009 werden Aktien-, Zins-, Fonds- und Zertifikateanlagen gleichbehandelt, so dass steuerliche Überlegungen wieder in den Hintergrund rücken werden. „Die steuerliche Begünstigung, die anderen Anlageformen nun zwischenzeitlich zu Teil wird, wird das Wachstum der Zertifikatebranche nicht nachhaltig bremsen“, so Müller.

Zertifikatemarkt Ende 2010
Zertifikatemarkt Mitte 2007


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