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Presse
 

29.10.2007 WGZ BANK: Der Begriff „Volksaktie“ ist irreführend

  • Auch die Bahn-Aktie wird keine „Volksaktie“
  • Breites Aktiensortiment oder Fonds sowie Zertifikate bevorzugen

Düsseldorf, 29. Oktober 2007. Vor dem geplanten Börsengang der Deutschen Bahn wird die Bahn-Aktie von verschiedenen Politikern als „Volksaktie“ propagiert. Rolf Drees, Leiter Research der WGZ BANK (Zentralbank der Volksbanken und Raiffeisenbanken), warnt davor, auch die Bahn-Aktie als Aktie für jedermann anzupreisen. „Das Schicksal der Telekom-Aktionäre zeigt, dass auch so genannte Volksaktien unternehmerische Engagements sind mit allen Chancen und Risiken einer solchen Beteiligung.“ Zudem sieht der aktuelle Vorschlag der SPD vor, dass die Bahn-Aktien ohne Stimmrecht ausgestattet sein sollen. Damit würde den Aktionären die Möglichkeit zur Mitbestimmung vorenthalten. „Eine Aktie ohne Stimmrecht wäre keine vollwertige Aktie,“ so Drees.

Bahn-Aktie ist keine Aktie für jedermann

Als 1996 die Aktie der Deutschen Telekom an die Börse strebte, behauptete der damalige Bundesfinanzminister, das Papier sei eine Volksaktie. Der Begriff suggerierte, die T-Aktie eigne sich für jeden Bürger und sei weniger riskant als andere Dividendenwerte. Die spätere Kursentwicklung der Deutschen Telekom offenbarte dagegen überdurchschnittliche Risiken. So verdreifachte sich die T-Aktie zwar innerhalb von wenigen Monaten, stürzte aber später innerhalb von zwei Jahren um mehr als 90 Prozent und entwickelte sich wesentlich schlechter als der DAX. Heute liegt der Telekom-Kurs in etwa auf Höhe des Erstausgabepreises, während sich der DAX seither mehr als verdoppelte.

„Die Anleger sollten sich keinesfalls von Aktien als langfristig attraktivster Anlageform abwenden. Wichtig ist aber, die Aktienengagements breit zu streuen,“ betont Drees. Die sehr positiven Kursentwicklungen der gleichfalls aus der Privatisierung von Bundesvermögen hervorgegangenen Volkswagen AG und des Energieversorgers E.ON zeigen wie attraktiv Aktienanlagen in der Regel sind. So erreichte die VW-Aktie seit 1990 eine jahresdurchschnittliche Rendite von rund 13 Prozent. Und die Aktionäre von E.ON verdienten im gleichen Zeitraum im Jahresdurchschnitt sogar rund 15 Prozent jährlich.

Breites Aktiensortiment oder Fonds sowie Zertifikate bevorzugen

Tipp: Wer sich für Aktien interessiert, darf sich nicht von vollmundigen Marketingparolen oder der Behauptung blenden lassen, die Aktie-X sei eine Volksaktie. Stattdessen sollten sich Investoren über die Aktien genau informieren, die sie erwerben wollen. Wer sich das nicht zutraut, fährt besser wenn er sich für einen Aktienfonds und Zertifikate entscheidet oder sein Kapital breit auf verschiedene Aktien streut.

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