WGZ BANKDüsseldorf, 20. Dezember 2007. Der deutsche Aktienindex DAX soll im nächsten Jahr die Marke von 10.000 Punkten erreichen. Dies erwartet Dietmar Wiggermann, Aktienstratege der WGZ BANK, der Zentralbank der Genossenschaftsbanken in Nordrhein Westfalen. Wiggermann: „Die Gewinnperspektiven der deutschen Wirtschaft sind weiterhin positiv.“ Für den DAX kalkuliert die WGZ BANK mit einer Steigerung der Unternehmensgewinne von 5 bis 10 Prozent. Während sich für Banken und Versicherungen niedri-gere Ergebnisse abzeichnen, erwartet Wiggermann für die Aktien der Energieversorger sowie für Konsumwerte und Automobilhersteller zweistellige Gewinnsteigerungen. Auch die übrigen Branchen sollten ihre Gewinne - wenn auch nur einstellig - steigern können. Deutsche Aktien werden damit derzeit lediglich mit dem 13-Fachen der für 2008 prognostizierten Unternehmensgewinne bewertet. „Angesichts der niedrigen Renditen am Anleihemarkt ist eine deutlich höhere Bewertung der Aktien angebracht. Somit wäre ein DAX-Stand von rund 10.000 Punkten angemessen“, so Wiggermann.
Bis zu 100 Börsengänge erwartet
Die WGZ BANK geht von einer wieder regeren Neuemissionstätigkeit aus. Nach 69 Transaktionen im Jahr 2006 wagten 2007 nur noch 44 Unternehmen den Schritt aufs Parkett. Matthias Jasper, Leiter Aktienhandel der WGZ BANK, erwartet im neuen Jahr bis zu 100 Börsengänge, davon rund zwei Dutzend mit einem Volumen von jeweils über 500 Millionen Euro. Jasper: „Wir begrüßen weitere Börsengänge.“ Denn bei einer steigenden Zahl börsennotierter Dividendenwerte vergrößert sich für die Anleger die Auswahl der in Frage kommenden Wertpapiere. Allerdings müssen die gehandelten Unternehmen eine hohe Qualität aufweisen. Die Kapitalmarktteilnehmer sollten die zur Jahrtausendwende beobachteten Fehlentwicklungen vermeiden, als in einem Jahr über 150 Unternehmen an die Börse strebten, ihre optimistischen Prognosen aber anschließend nicht erfüllen konnten. Jasper: „Die erforderliche Börsenreife bringen nicht beliebig viele Unternehmen mit. Deshalb sollten Unternehmen im Zweifel einen Börsengang solange zurückstellen bis sie ein stabiles Geschäftsmodell vorweisen können.“
Drei Anforderungen an Börsenkandidaten
Insbesondere Anleger mit wenig Börsenerfahrung sollten sich keineswegs leichtfertig zum Kauf neuer Aktien entschließen. Dietmar Wiggermann nennt drei Mindestanforderungen, die interessierte Anleger beachten sollten:
Regel 1: Unternehmen, die den Gang auf das Börsenparkett wagen, sollten eine hinreichende Größe aufweisen. Als Faustregel haben sich die Marken von mindestens 50 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen Euro erwiesen.
Regel 2: Die Börsenkandidaten sollten nicht nur zukünftige Gewinne versprechen, sondern bereits profitabel arbeiten. Wiggermann: „Die Börse ist schließlich kein Versuchslabor.“
Regel 3: Auch die Aktien gewinnbringend arbeitender Unternehmen dürfen nicht zu teuer sein. Die Anleger sollten die Neulinge bereits börsennotierten vergleichbaren Unternehmen der gleichen Branche gegenüberstellen. Wiggermann: „Die Wertpapiere der Börsenneulinge sollten rund 10 Prozent günstiger als die bereits börsennotierten Aktien angeboten werden. Denn die etablierten Aktien haben sich schon einen Vertrauensvorschuss verdient.“