WGZ BANKDie WGZ BANK und mit ihr die gesamte WGZ BANK-Gruppe verzeichnen für das Geschäftsjahr 2007 gute Ergebnisse. Die WGZ BANK konnte mit einem Zuwachs beim Betriebsergebnis vor Risikovorsorge von 24,2 % auf 216,7 Mio. € und beim Jahresüberschuss von 15,3 % auf 109,9 Mio. € ihre bisherigen Rekordergebnisse aus dem Jahr 2006 erneut übertreffen. Diese positive Entwicklung hat Vorstand und Aufsichtsrat der WGZ BANK dazu bewogen, der Hauptversammlung eine von 7,50 € auf 8,25 € je Aktie (im rechnerischen Wert von 100 €) erhöhte Dividende vorzuschlagen. Die Cost-Income-Ratio der Bank verbesserte sich trotz des Anstiegs der Verwaltungsaufwendungen infolge von Investitionen für die Marktoffensive der WGZ BANK deutlich auf nunmehr 45,4 % (im Vorjahr:49,9 %).
Die WGZ BANK-Gruppe, deren Ertragslage erstmals nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellt wurde, erreichte ein Ergebnis vor Steuern von 248,8 Mio. € (-15,5 %) und einen Jahresüberschuss von 169,7 Mio. € (-28,2 %).
Vor dem Hintergrund der veränderten Berichtslogik und angesichts der Verwerfungen an den Geld- und Kapitalmärkten wertet der Vorstand die Ergebnisse der WGZ BANK-Gruppe als gut. Werner Böhnke, Vorstandsvorsitzender der WGZ BANK, in der heutigen Bilanzpressekonferenz: „Wir haben mit dem Jahr 2007 eine herausfordernde Strecke auf schwierigem Gelände bewältigt, ohne außer Atem geraten zu sein. Wir sind fit. Unsere konservative Geschäftspolitik kommt der WGZ BANK nicht nur in der gegenwärtigen Phase zugute.“ Und weiter: „Ausdrücklich möchten wir heute unseren Kunden für die gute Zusammenarbeit und die erfolgreichen Partnerschaften danken.“
Ergebnisse der WGZ BANK 2007 (nach HGB)
Der Zinsüberschuss stieg um 11,5 % auf 167,8 Mio. €. Dieser Anstieg erklärt sich aus dem nach strengen Risikokriterien ausgeweiteten Anlagevolumen bei insgesamt konstanter Zinsspanne. Die laufenden Erträge aus den Beteiligungen der WGZ BANK stiegen um 13 % auf 114 Mio. €. Insgesamt erzielte die WGZ BANK mit ihrem Beteiligungsportfolio, das sie in erster Linie aus verbundstrategischen Gründen aufgebaut hat, eine Rendite von 4,33 %.
Nach konstanten Provisionsergebnissen im Jahr 2006 ist der Provisionsüberschuss im Jahr 2007 um 11,6 % auf 74,1 Mio. € gestiegen. Wichtigste Ertragssäulen bilden unverändert die Überschüsse aus dem Zahlungsverkehr, dem Wertpapiergeschäft, der Vermögensverwaltung und -beratung sowie aus dem Firmenkundengeschäft.
Der Nettoertrag aus Finanzgeschäften liegt zum Jahresultimo mit 36,8 Mio. € um 29,4 % über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Der Personalaufwand und der Sachaufwand haben in nahezu gleichem Maße zum Anstieg des Verwaltungsaufwandes um 6,7 % auf 185,6 Mio. € beigetragen. Erhöhend wirkten vor allem die Investitionen für die gemeinsame Marktoffensive mit den Mitgliedsbanken sowie gestiegene Werbeaufwendungen. Der Anstieg des Personalaufwandes ist zurück zu führen auf erweiterte leistungsabhängige und variable Sonderzahlungen sowie auf höhere Aufwendungen für die Altersvorsorge, der in der WGZ BANK zum 31.12.07 beschäftigten 1.142 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Das Betriebsergebnis vor Bewertung, das Ergebnis aus dem operativen Geschäft, stieg um 24,2 % auf 216,7 Mio. € deutlich. Die Entwicklung der Cost-Income-Ratio in den letzten Jahren zeigt eine kontinuierliche Verbesserung. Die deutliche Ausweitung der Erträge und ein eher moderater Anstieg der Aufwendungen führen zu einer Cost-Income-Ratio von 46,2% – ein Wert, der im Wettbewerb an der Spitze vergleichbarer Institute liegt.
Die Verwerfungen an den Finanzmärkten haben den Vorstand dazu bewogen, die Risikovorsorge auf insgesamt 85 Mio. € für das Gesamtjahr 2007 zu erhöhen. Damit werden nicht allein die erforderlichen Korrekturen auf die Wertpapierbestände vorgenommen, sondern auch Reserven gelegt. Denn die gegenwärtigen Wertminderungen der entsprechenden Aktivpositionen wertet der Vorstand als vorübergehend: „Wir gehen weiterhin von vertragsgemäßen Zins- und Tilgungsleistungen aus“, betonte Böhnke.
In dem Risikoergebnis der WGZ BANK ist auch eine erneute Dotierung der stillen Reserven nach § 340 f HGB zur weiteren Stärkung der Substanz enthalten. Den Bestand dieser Reserven, die dem aufsichtsrechtlichen Eigenkapital zuzurechen sind, konnte die WGZ BANK in den letzten fünf Jahren um fast 60 % ausweiten.
Mit einem um 5,7% auf 131,7 Mio. € gesteigerten Betriebsergebnis nach Bewertung sowie mit einem um 15,3 % auf 109,9 Mio. € verbesserten Jahresüberschuss nach Steuern konnte die WGZ BANK auch 2007 ihre Leistungsstärke unter Beweis stellen – und das trotz der deutlich erhöhten Risikovorsorge und trotz eines anspruchsvollen Wettbewerbsumfeldes.
„Auf dieses Ergebnis können wir – und da schließe ich ausdrücklich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WGZ BANK ein – durchaus ein wenig stolz sein. Unser Ziel, an das gute Vorjahresergebnis der WGZ BANK anzuknüpfen, konnten wir nicht nur erreichen, sondern sogar übertreffen“, so Böhnke.
Dividendenerhöhung und Substanzstärkung
Aufsichtsrat und Vorstand werden auf Basis dieses Ergebnisses der Hauptversammlung der WGZ BANK eine erneut erhöhte Dividende vorschlagen. Danach soll sich die Dividende auf 8,25 € je Aktie im Nennwert von 100 € belaufen. Im Vorjahr wurden 7,50 € an die Anteilseigner ausgeschüttet. Die Gesamtdividendenzahlung beträgt damit 49,8 Mio. € nach 45,3 Mio. € im Vorjahr (2005: 37,9 Mio. €). Sie steigt damit im Vergleich zum Vorjahr um 10 % auf ein neues Rekordniveau.
Zugleich werden die Gewinnrücklagen und damit das Eigenkapital der Bank weiter um 60 Mio. € (im Vj.: 50 Mio. €) gestärkt.
Ergebnisse der WGZ BANK-Gruppe 2007 (nach IFRS)
Der Zinsüberschuss in der Gruppe stieg um 10,1 % auf 426,9 Mio. €. Wie in der WGZ BANK geht der Anstieg des Zinsüberschusses auf ein gestiegenes Geschäftsvolumen und damit verbundenen höheren Erträgen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften bei insgesamt konstanter Zinsspanne zurück. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft stieg von 15,8 Mio. € auf 31,8 Mio. €. Anders als im HGB-Abschluss der WGZ BANK bezieht sich die für die Gruppe ausgewiesene Risikovorsorge ausschließlich auf das Kreditgeschäft.
Der Provisionsüberschuss nahm um 10,6 % auf 89 Mio. € zu. Auch dieser Ergebnisbestandteil wird wesentlich von der WGZ BANK geprägt. Darüber hinaus konnte auch die WGZ BANK Luxembourg ihren Provisionsüberschuss aus dem Depotbankgeschäft sowie aus dem Geschäft mit vermögenden Privatkunden erneut erhöhen.
Das Handelsergebnis nach IFRS reduzierte sich insbesondere infolge erforderlicher Bewertungen von 30,3 Mio. € auf -54,8 Mio. €. Von den Verwerfungen an den Kapitalmärkten werden naturgemäß auch Wertpapierportfolien der WGZ BANK-Gruppe berührt. Das ABS-Portfolio der WGZ BANK-Gruppe hatte zum 31.12.07 ein Volumen von insgesamt 3,3 Mrd. €, das sind 3,7 % der Bilanzsumme. Auf diesen Bestand wurden Bewertungsabschläge in Folge von Ausweitungen der Credit Spreads in Höhe von 81 Mio. € vorgenommen. Das Wertpapierportfolio zeigt sich qualitativ hochwertig: 88 % der Papiere in diesem Portfolio verfügen über ein Rating „AAA“, 10 % sind mit „AA“ geratet und 2 % mit „A“. Leistungsstörungen oder Ausfälle sind im ABS-Portfolio – wie auch im gesamten Wertpapierbestand der WGZ BANK-Gruppe – nicht zu verzeichnen.
Das Ergebnis aus Finanzanlagen, das primär Gewinne aus Beteiligungsverkäufen der Private-Equity-Gesellschaft WGZ Initiativkapital sowie Gewinne aus der Veräußerung von Aktien enthält, sank um 8 % auf 28,9 Mio. €.
Der Verwaltungsaufwand in der WGZ BANK-Gruppe stieg wie auch in der WGZ BANK um rund 7 % auf 233,0 Mio. €. Auch hier machen sich die Investitionen in die Marktoffensive der WGZ BANK, aber auch andere Projekte innerhalb der Gruppe (z.B. Umsetzung der MIFid, SEPA, Basel II) bemerkbar.
Das sonstige betriebliche Ergebnis wuchs von 11,0 Mio. € auf 32,7 Mio. €. In diesem Ergebnis sind insbesondere Umsatzerlöse der Nichtbanken-Tochtergesellschaften enthalten.
Das Ergebnis vor Steuern der WGZ BANK-Gruppe ging um 15,5 % auf 248,8 Mio. € zurück. Das auch nach den erfolgten Bewertungsmaßnahmen beachtliche Jahresergebnis drückt die Stabilität und Solidität der WGZ BANK-Gruppe aus. Der Jahresüberschuss nach Steuern beträgt 169,7 Mio. €. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor hatte die WGZ BANK-Gruppe einen Jahresüberschuss nach HGB von 129,9 Mio. € erreicht.
„Trotz der Finanzkrise zeigt sich die Entwicklung der WGZ BANK-Gruppe auch bei veränderter Rechnungslegung stabil“, bewertete Böhnke den Jahresabschluss.
Starkes Bilanzwachstum infolge des guten Standings der WGZ BANK
Die Bilanzsumme wuchs um 9,2 % auf 88,7 Mrd. €. Dieser Anstieg wird getragen von einem umfassenden Liquiditätstransfer zur WGZ BANK, was zu einer deutlichen Zunahme der Einlagen der Mitgliedsbanken sowie der Verbindlichkeiten gegenüber anderen Kreditinstituten führte.
Das bilanzielle Eigenkapital der WGZ BANK-Gruppe nach IFRS stieg 2007 um 4,6 % auf 3,9 Mrd. €. Der Anstieg der Gewinnrücklagen hat zum weiteren Aufbau des Eigenkapitals beigetragen. Die Neubewertungsrücklage belastet das Eigenkapital mit rd. 7 Mio. €. Die aktuelle Kernkapitalquote der WGZ BANK-Gruppe beträgt 10,2 % nach 9,3 % ein Jahr zuvor.
Böhnke: „Diese Kennziffer verdeutlicht: Nicht nur die Liquiditätsausstattung, sondern auch die weiter verbesserte Eigenkapitalsituation der WGZ BANK belegen die Solidität der WGZ BANK und der WGZ BANK-Gruppe.“
Ausblick
In den ersten Monaten des Jahres 2008 verschlechterte sich die Situation an den Geld- und Kapitalmärkten weiter. Unmittelbar nach dem ersten Quartal scheint es jedoch erste Anzeichen einer Art Bodenbildung an den Finanzmärkten zu geben. Böhnke: „Dennoch wird auch das Jahr 2008 von weiteren Unwägbarkeiten infolge der Finanzkrise geprägt sein. Wir planen für das laufende Jahr dementsprechend defensiv, aber vor dem zu erwartenden – vielleicht muss man sagen: vor dem zu befürchtenden Hintergrund – dennoch ambitioniert. Wir sind zuversichtlich, am Ende dieses Jahres ein insgesamt gutes Niveau darstellen können. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass sich in den Jahren 2008 – 2010 der Verwaltungsaufwand jeweils um die weiteren Investitionen für die Marktoffensive der WGZ BANK mit ihren Mitgliedsbanken erhöhen wird.“
| 2006 | 2007 | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|
| Zinsüberschuss | 251,3 | 281,8 | 12,1 |
| Provisionsüberschuss | 66,4 | 74,1 | 11,6 |
| Nettoertrag aus Finanzgeschäften | 28,4 | 36,8 | 29,6 |
| Sonstiges betriebliches Ergebnis | 2,4 | 9,6 | >100 |
| Verwaltungsaufwand | -174,0 | -185,6 | 6,7 |
| Betriebsergebnis vor Risikovorsorge | 174,5 | 216,7 | 24,2 |
| Risikovorsorge | -50,0 | -85,0 | 70,0 |
| Betriebsergebnis nach Risikovorsorge | 124,5 | 131,7 | 5,8 |
| Saldo sonstiges Geschäft | 1,6 | -1,1 | <-100 |
| Steuern | 79,2 | -20,7 | <-100 |
| Zuweisung Fonds für allg. Bankrisiken | -110,0 | 0,0 | xxxx |
| Jahresüberschuss | 95,3 | 109,9 | 15,3 |
| Cost-Income Ratio in % | 49,9 | 46,1 |
| 2006 | 2007 | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|
| Zinsüberschuss | 387,7 | 426,9 | 10,1 |
| Risikovorsorge im Kreditgeschäft | -15,8 | -31,8 | >100 |
| Provisionsüberschuss | 80,5 | 89,0 | 10,6 |
| Handelsergebnis | 30,3 | -54,8 | <-100 |
| Ergebnis aus Finanzanlagen | 31,4 | 28,9 | -8,0 |
| Sonstiges Ergebnis aus Finanzinstrumenten |
-13,1 | -9,1 | -30,5 |
| Verwaltungsaufwand | -217,7 | -233,0 | 7,0 |
| Sonstiges betriebliches Ergebnis | 11,0 | 32,7 | >100 |
| Ergebnis vor Steuern | 294,3 | 248,8 | -15,5 |
| Steuern* | -57,9 | -79,1 | 36,6 |
| Jahresüberschuss | 236,4 | 169,7 | -28,2 |
| Cost-Income-Ratio in % | 41,2 | 45,4 |
* ohne Sondereffekt aus der Pflicht zur Aktivierung der Körperschaftsteuerguthaben 2006