WGZ BANKDüsseldorf, 03. April 2008. Im neuen Jahr erreichten Gold und Platin neue Rekordwerte. Noch bedeutender für Wirtschaft und Verbraucher sind die anhaltenden Preisanstiege von Öl und anderer wichtiger Rohstoffe. Denn Öl treibt sowohl als Brennstoff als auch als Grundstoff die Kosten des täglichen Lebens in die Höhe. Und es ist nur eine Frage der Zeit, wann die 50prozentige Preissteigerung, die die Produzenten von Eisenerz im Februar durchsetzen konnten, von der Automobilindustrie in ihre Preiskalkulation übernommen wird. Auch die dramatischen Preissteigerungen wichtiger Agrarrohstoffe machen vielen Anlegern wieder die Gefahr der Inflation bewusst. Claudia Ulrich, Leiterin Finanzplanung bei der WGZ BANK: „Ein langfristiger Kapitalaufbau muss deshalb vor inflationsbedingter Auszehrung des Vermögens schützen.“
Inflation vernichtete 3/4 des Werts der DM und schon 1/5 des Euro-Werts
Die Inflation ist ein hartnäckiges Problem. Sogar die für ihre Geldwertstabilität gerühmte D-Mark büßte in 60 Jahren bis zur Einführung des Euro rund drei Viertel ihrer ursprünglichen Kaufkraft ein. Eine besonders schmerzhafte Geldentwertung brachten die Jahre 1980 bis 1982, als die Verbraucherpreise jährlich um mehr als 5 Prozent stiegen. Und auch nach der deutschen Wiedervereinigung erreichte der Kaufkraftverlust über 5 Prozent. Kostete im Jahr 1950 beispielsweise ein Bällchen Eis nur 10 Pfennige, mussten im Jahr 2000 hierfür bereits 70 oder 80 Pfennige auf den Ladentisch gelegt werden. Bei lebensnotwendigen Verbrauchs- oder Gebrauchsgütern wie auch bei Mieten waren ähnlich starke Preissteigerungen zu verzeichnen. Ulrich: „Wer sein Kapital erhalten oder erst ein Vermögen aufbauen will, muss dem jährlichen inflationsbedingten Wertverlust begegnen.“ Denn auch der Euro büßte seit seinem Start inflationsbedingt schon fast 20 Prozent seines Wertes ein. Vielen Anlegern ist gar nicht bewusst, dass die Inflation die Renditen seiner Investments aufzehrt. In den vergangenen sieben Jahren seit Einführung des Euros hätten Anlagen nach Abzug der Steuern mindestens 14 Prozent erzielen müssen, um den Kaufkraftverlust auszugleichen.
Sachwerte wie Aktien können Inflationsschutz bieten
Sparbücher, Festgelder oder typische Anleihen leiden unter dem jährlichen Kaufkraftverlust stärker als andere Anlageformen. Sachwerte wie Immobilien oder auch Gold sind dem inflationsbedingten Wertverlust dagegen weniger stark ausgesetzt. Ulrich: „Für ihren langfristigen Vermögensaufbau sollten die Anleger deshalb Sachwerte bevorzugen.“ Neben Gold und Immobilien können sich die Anleger mit Aktien an den Sachwerten der Unternehmen beteiligen. Zudem stehen hinter den Unternehmen nicht nur Grundstücke und Maschinen. Auch das technische Know-how und die Kenntnis der Kundenbedürfnisse – wichtige Werte – werden von der Inflation nicht angegriffen. Ungeachtet der täglichen Wertschwankungen können Aktien das Vermögen langfristig vor dem schleichenden Wertverlust der Inflation bewahren. Der Inflationsschutz der Aktienanlage hat sich nicht nur in der Hyperinflation im Jahr 1923 und der Währungsreform 1948 sondern auch nach den Ölschocks der 70er Jahre als sehr vorteilhaft erwiesen.
Bundesanleihen mit Inflationsschutz als Alternative
Wer beim langfristigen Vermögensaufbau auf festverzinsliche Wertpapiere nicht verzichten will, sollte so genannte inflationsgeschützte Anleihen bevorzugen. Die Zinsen der inflationsgeschützten Anleihen sind an die Entwicklung des Verbraucherpreisindex gekoppelt und werden jährlich entsprechend der Teuerungsrate angepasst. Steigt die Inflation, gleicht ein höherer Zins den Kaufkraftverlust aus. Dies gilt darüber hinaus auch für die Rückzahlung am Ende der Laufzeit. Steigt die Inflationsrate, so erhöht sich der an den Anleger zurückgezahlte Betrag. Nachdem Großbritannien und Italien in den 80er Jahren die Emission inflations-geschützter Anleihen einführten, offeriert auch das Bundesfinanzministerium seit März 2006 solche Anleihen.