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Presse
 

29.08.2008 WGZ BANK trotzt Finanzkrise mit guten Ergebnissen im ersten Halbjahr 2008

  • Halbjahresüberschuss der WGZ BANK gegenüber dem zweiten Halbjahr 2007 auf 81,3 Mio. € mehr als verdoppelt
  • Kapitalkennziffer steigt auf 9,55 %, komfortable Liquiditätsausstattung
  • WGZ BANK investiert antizyklisch
  • Rückgang des Halbjahresüberschusses trotz Finanzkrise im Vergleich zum ersten Halbjahr 2007 moderat und in der WGZ BANK-Gruppe von Sondereffekten geprägt
  • Keine Ausfälle in Wertpapierpositionen
  • Geschäft mit den Mitgliedsbanken und den Firmenkunden bestätigt die Stabilität des Geschäftsmodells
  • Ausblick auf das Gesamtjahr verhalten zuversichtlich

Die WGZ BANK hat trotz der anhaltenden Krise an den internationalen Finanzmärkten auch im ersten Halbjahr 2008 gute Ergebnisse erzielt. So hat sich der Halbjahresüberschuss der WGZ BANK im Vergleich zum voran gegangenen Halbjahr auf 81,3 Mio. € mehr als verdoppelt, der Halbjahresüberschuss der WGZ BANK-Gruppe stieg gegenüber dem zweiten Halbjahr 2007 sogar von 1,5 Mio. € auf 71,3 Mio. €. Angesichts der weltweit unsicheren Märkte und der massiven Einwirkungen der Finanzkrise agierte die in ihrer Ausrichtung seit jeher konservativ operierende Bank mit nochmals erhöhter Vorsicht.

Mit dieser Strategie konnte sich die WGZ BANK-Gruppe erfolgreich in den Märkten bewegen. Gleichzeitig nutzte die WGZ BANK ihre Stärke, um antizyklisch und selektiv hochqualitative Wertpapierpositionen im Umfang von mehreren hundert Millionen Euro zu erwerben.

Werner Böhnke, Vorsitzender des Vorstands der WGZ BANK, sagte: „Wir sind mit dem Verlauf des ersten Halbjahres nicht unzufrieden, gerade wenn man bedenkt, in welchem Umfang die Bankenlandschaft unter der Finanzkrise zu leiden hat. Wir sind nachhaltig aufgestellt und nutzen zudem gezielt die Chancen, die auch diese Krise für uns bietet. Gleichwohl werden wir weiterhin sehr vorsichtig und umsichtig unser Geschäft betreiben. Die Finanzkrise wird uns noch längere Zeit begleiten. Das konsequent auf unsere Mitgliedsbanken und unsere Kunden ausgerichtete Geschäftsmodell der WGZ BANK bewährt sich auch in Zeiten der Krise.“

Mit Blick auf den angestrebten Zusammenschluss mit der DZ BANK in Frankfurt betonte Böhnke: „Beide Zentralbanken haben ihre Stärken und gehen auf der Basis solider Ergebnisse in die weiteren Gespräche. Aus der Kombination der Stärken beider Häuser ergeben sich große Chancen für den genossenschaftlichen FinanzVerbund.“

Die WGZ BANK verbesserte erneut ihre gute Kapitalausstattung. So wurde die Kapitalquote (Gesamtkennziffer nach Solvabilitätsverordnung) im ersten Halbjahr von 8,38 % auf 9,55 % erhöht. Zugleich verfügt die WGZ BANK über eine komfortable Liquiditätsausstattung: Die so genannte Liquiditätskennzahl verbesserte sich von 2,56 auf aktuell 3,18 (d.h. die Summe ihrer Zahlungsmittel übersteigt die Summe ihrer kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen um mehr als das Dreifache). Beide Kennzahlen verdeutlichen die Stabilität und Solidität des Geschäftsmodells der genossenschaftlichen Zentralbank für die 221 Volksbanken und Raiffeisenbanken im Rheinland und in Westfalen.

Im angesichts der Finanzkrise deutlich weniger aussagekräftigen direkten Vergleich des ersten Halbjahres 2008 mit dem ersten Halbjahr 2007 gingen die erstmals nach IFRS ausgewiesenen Halbjahreszahlen zwangsläufig zurück. In den ersten sechs Monaten des Vorjahres – bis unmittelbar vor Beginn der Finanzkrise im Juli 2007 – hatte die WGZ BANK und mit ihr die gesamte WGZ BANK-Gruppe die besten Ergebnisse in ihrer gesamten fast 125jährigen Unternehmensgeschichte erwirtschaftet.

Vor allem im Handelsergebnis kam es zu Rückgängen. Hier hat die Bank nochmals konservativere Bewertungsmaßstäbe angelegt. „Nach wie vor haben wir keine Ausfälle in unseren Wertpapierportfolien zu verzeichnen“, so Vorstandschef Böhnke. „Die Qualität unserer Portfolien und unserer Schuldner, auf die wir immer schon größten Wert gelegt haben, hat uns bisher vor Ausfällen bewahrt und lässt aus heutiger Sicht unverändert kaum Ausfälle erwarten. Insofern erachten wir die vorgenommenen Abschläge auf unsere Wertpapierpositionen, die wir nach strengsten Bewertungskriterien bilden, zum weit überwiegenden Teil als Reservenbildung. Wir sind gut gepolstert.“

Dabei sind vor allem die mit der Rechnungslegung verbundenen Sondereffekte zu berücksichtigen, die dazu führen, dass ein großer Teil des Bewertungsaufwandes auf erstklassige EU-Länderanleihen des Anlagevermögens entfällt. Diese Länderanleihen werden in der Gruppe insbesondere von der WL BANK gehalten, die ihr entsprechendes Portfolio allein im ersten Halbjahr um rd. 30 % auf ein Volumen von nunmehr 3,8 Mrd. € ausweitete. Trotz des unwahrscheinlichen Ausfallsrisikos unterliegen auch diese Wertpapierpositionen spreadinduzierten Bewertungsabschlägen, die sich in der Stichtagsbetrachtung niederschlagen. Mit Blick auf die Endfälligkeit sollten diese Abschläge hingegen Reserven darstellen.

Unverändert verfolgt die WGZ BANK eine Investitions- und Anlagestrategie, nach der sie ihre Wertpapierpositionen bis zur Fälligkeit hält. Sie nutzt zudem die sich in der WGZ BANK-Gruppe bietenden Möglichkeiten, nach strengen Auswahlkriterien antizyklisch Zukäufe zu tätigen. So wurden in den zurückliegenden Monaten im Volumen von mehreren hundert Millionen Euro Wertpapiere ausgesuchter Bonitäten erworben. Darüber hinaus hat die WL BANK im Januar von einer anderen Bank ein Retail-Immobilienkreditportfolio mit einem Volumen von 450 Mio. € erworben.

Im Zuge der antizyklisch ausgerichteten Strategie hat die WGZ BANK auch ihre Investitionen in die Marktbearbeitung erhöht. „In dieser Phase bieten sich Chancen für langfristig agierende Banken. Wir investieren in erster Linie in Projekte für unsere Mitgliedsbanken. Hier sind wir übrigens in vielen Feldern gemeinsam mit den Kollegen von der DZ BANK gut unterwegs“, so Böhnke. Diese Aktivitäten sind auch der wesentliche Grund für den Anstieg der Verwaltungsaufwendungen auf 86,4 Mio. € nach 83,6 Mio. € in der Bank und auf 117,7 Mio. € nach 110,7 Mio. € in der Gruppe im Vergleich zum ersten Halbjahr 2007. Hier schlagen sich beispielsweise die Aktivitäten der WGZ BANK im Rahmen ihrer Marktoffensive für ihre Mitgliedsbanken, aber auch die Aufwendungen für das gemeinsame Projekt mit der DZ BANK zur Migration der Wertpapierabwicklungssysteme für die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland nieder.
Auch das traditionelle bilanzwirksame Geschäft der WGZ BANK mit ihren Mitgliedsbanken zeigt sich im ersten Halbjahr 2008 unverändert stabil. Die Forderungen der genossenschaftlichen Zentralbank an ihre Mitgliedsbanken nahmen in den ersten sechs Monaten um 6,7 % auf 12,9 Mrd. € zu. Die Verbindlichkeiten gegenüber den Volksbanken und Raiffeisenbanken gingen vom „All-time-high“ des 31.12.07 um 9,4 % auf 11,5 Mrd. € zurück. Das hohe Niveau dieser Position verdeutlicht zusammen mit den verbrieften Verbindlichkeiten mit einem Volumen von 8,8 Mrd. €, die zum größten Teil bei den genossenschaftlichen Primärbanken im Rheinland und in Westfalen platziert sind, die solide und gute Refinanzierungsbasis der WGZ BANK.

Positiv entwickelte sich auch das Geschäft mit dem Mittelstand – neben der Zusammenarbeit mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken wichtigstes Geschäftsfeld der gesamten WGZ BANK-Gruppe. So nahmen in der Bank die Forderungen an Kunden im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahresultimo um mehr als 10 % auf 7,4 Mrd. € zu, und die der Gruppe um 6,1 % auf 28,3 Mrd. €.

Die WGZ BANK verfügt in der Gruppe über eine für den Mittelstand ganzheitliche Angebotspalette, die durch den M&A-Spezialisten WGZ Corporate Finance Beratung und die Kapitalbeteiligungsgesellschaft WGZ Initiativkapital abgerundet wird. Dies wissen die Kunden zu schätzen. Allein im ersten Halbjahr hat die WGZ BANK hundert neue Kunden hinzugewonnen und Kredite im Volumen von rd. 900 Mio. € an mittelständische Unternehmen vergeben und damit trotz einer im Zuge der konjunkturellen Abkühlung spürbar rückläufigen Investitionsbereitschaft in den Unternehmen das hohe Niveau des ersten Halbjahres 2007 gehalten. Darüber hinaus arbeiten derzeit DZ BANK und WGZ BANK gemeinsam mit dem BVR und den dort vertretenen genossenschaftlichen Primärbanken an einer Initiative für das Mittelstandsgeschäft der Volksbanken und Raiffeisenbanken, um die Position des gesamten genossenschaftlichen FinanzVerbundes in diesem Geschäftsfeld weiter zu stärken.

Ertragslage der WGZ BANK und der WGZ BANK-Gruppe im Einzelnen

Zwangsläufig führt die Finanzkrise, die im Juli des Jahres 2007 ihren Anfang genommen hat, beim Vorjahresvergleich zu Verwerfungen. So ging der Halbjahresüberschuss der WGZ BANK um 12 % und der Halbjahresüberschuss der WGZ BANK-Gruppe um 57,6 % zurück. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2007, in dem es erstmals zu kriseninduzierten Bewertungsabschlägen kam, hat sich der Halbjahresüberschuss der Bank hingegen mehr als verdoppelt und stieg in der WGZ BANK-Gruppe auf 71,3 Mio. €.

Der Zinsüberschuss der WGZ BANK blieb im Stichtagsvergleich mit 165,7 Mio. € nahezu unverändert, während er in der Gruppe um 5,2 % auf 244,6 Mio. € zulegte. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft erhöhte sich sowohl in der Bank als auch in der Gruppe auf niedrigem Niveau. Die Entwicklung bei den Ausfallrisiken zeigt sich damit insgesamt weiter entspannt.

Der Provisionsüberschuss ging sowohl in der WGZ BANK (-11 %) als auch in der Gruppe (-5,2 %) zurück. Ursache dafür ist eine deutliche Reduzierung der noch im Vorjahr den Mitgliedsbanken in Rechnung gestellten Entgelte für die Wertpapierabwicklung. Auch mit derartigen marktorientierten Preisanpassungen kommt die WGZ BANK ihrer Verantwortung als genossenschaftliche Zentralbank nach.

Das Handelsergebnis der WGZ BANK reduzierte sich im Stichtagsvergleich von 7,9 Mio. € auf -47,2 Mio. € und in der WGZ BANK-Gruppe von 64,5 Mio. € auf -117,7 Mio. €. Der Vergleich mit dem zweiten Halbjahr 2007, nach dem sich das Handelsergebnis in der Bank um 27,9 % und in der Gruppe um 1,3 % verbesserte, verdeutlicht die mit der Finanzkrise verbundenen Effekte, die jedoch insgesamt – insbesondere dank der guten Kapital- und Reservenausstattung, der komfortablen Liquiditätssituation sowie der hohen Qualität der Wertpapierpositionen der WGZ BANK – überschaubar bleiben. Unter Einbezug der Neubewertungsreserve liegt der Bewertungsaufwand der WGZ BANK nach dem ersten Halbjahr bei insgesamt 83 Mio. €. Die Gesamtbelastung nach Steuern beträgt in der WGZ BANK-Gruppe rd. 170 Mio. €.

Der Verwaltungsaufwand stieg insbesondere infolge von Projektaufwendungen in der Bank um 3,3 % auf 86,4 Mio. € und in der Gruppe um 6,3 % auf 117,7 Mio. €; der Anstieg verteilt sich gleichmäßig auf den Personalaufwand und auf die anderen Verwaltungsaufwendungen. Die Cost-Income-Ratio stieg den Ergebniseffekten entsprechend in der Bank auf weiterhin niedrige 51,5 % und in der Gruppe auf 61,9 %.

Die Bilanzsumme der WGZ BANK wuchs seit dem 31.12.07 in der WGZ BANK um 4,7 % auf 46,6 Mrd. € und in der Gruppe um 3,1 % auf 91,4 Mrd. €.

Ausblick

Der Vorstand der WGZ BANK zeigt sich mit Blick auf das Gesamtjahr 2008 vorsichtig zuversichtlich. „Die Krise an den internationalen Finanzmärkten wird auch im weiteren Jahresverlauf anhalten. Das Niveau der Rekordergebnisse des Jahres 2007 werden wir daher erwartungsgemäß nicht wieder zeigen können. Unabhängig davon werden wir am Ende des Jahres gute Ergebnisse erreichen – nicht zuletzt die auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Stärke unseres Geschäftsmodells gibt uns dazu die Möglichkeit“, sagte Böhnke mit Blick auf das Jahresende.

Vergleich der Ergebnisse des ersten Halbjahres 2008 mit den Ergebnissen des ersten Halbjahres 2007

WGZ BANK
  1. Halbjahr 2007 1. Halbjahr 2008 Veränderung in %
Zinsüberschuss 168,2 165,7 -1,5
Risikovorsorge im Kreditgeschäft 1,3 -8,5 <-100
Provisionsüberschuss 38,2 34,0 -11,0
Handelsergebnis 7,9 -47,2 <-100
Ergebnis aus Finanzanlagen 4,1 11,7 >100
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen 0,2 0,2 0,0
Verwaltungsaufwand -83,6 -86,4 3,3
Sonstiges betr. Ergebnis 0,9 3,4 >100
Ergebnis vor Steuern 137,2 72,9 -46,9
Steuern -44,8 8,4 <-100
Halbjahresüberschuss 92,4 81,3 -12,0
Cost Income Ratio 38,1 51,5  
       
WGZ BANK-Gruppe
  1. Halbjahr 2007 1. Halbjahr 2008 Veränderung in %
Zinsüberschuss 232,6 244,6 5,2
Risikovorsorge im Kreditgeschäft -1,9 -7,8 >100
Provisionsüberschuss 42,6 40,4 -5,2
Handelsergebnis 64,5 -117,7 <-100
Ergebnis aus Finanzanlagen 15,2 12,9 -15,1
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen -5,5 -5,3 -3,6
Verwaltungsaufwand -110,7 -117,7 6,3
Sonstiges betr. Ergebnis 13,8 15,4 11,6
Ergebnis vor Steuern 250,6 64,8 -74,1
Steuern -82,4 6,5 <-100
Halbjahresüberschuss 168,2 71,3 -57,6
Cost Income Ratio 30,5 61,9  

Vergleich der Ergebnisse des ersten Halbjahres 2008 mit den Ergebnissen des zweiten Halbjahres 2007

WGZ BANK
  2. Halbjahr 2007 1. Halbjahr 2008 Veränderung in %
Zinsüberschuss 144,5 165,7 14,7
Risikovorsorge im Kreditgeschäft -21,5 -8,5 -60,5
Provisionsüberschuss 39,8 34,0 -14,6
Handelsergebnis -65,5 -47,2 -27,9
Ergebnis aus Finanzanlagen 11,5 11,7 1,7
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen 0,2 0,2 0,0
Verwaltungsaufwand -93,9 -86,4 -8,0
Sonstiges betr. Ergebnis 9,9 3,4 -65,7
Ergebnis vor Steuern 25,0 72,9 >100
Steuern 10,6 8,4 -20,8
Halbjahresüberschuss 35,6 81,3 >100
Cost Income Ratio 66,9 51,5  
       
WGZ BANK-Gruppe
  2. Halbjahr 2007 1. Halbjahr 2008 Veränderung in %
Zinsüberschuss 194,3 244,6 25,9
Risikovorsorge im Kreditgeschäft -29,9 -7,8 -73,9
Provisionsüberschuss 46,4 40,4 -12,9
Handelsergebnis -119,3 -117,7 1,3
Ergebnis aus Finanzanlagen 13,7 12,9 -5,8
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen -3,6 -5,3 47,2
Verwaltungsaufwand -122,3 -117,7 -3,8
Sonstiges betr. Ergebnis 18,9 15,4 -18,5
Ergebnis vor Steuern -1,8 64,8 >100
Steuern 3,3 6,5 >100
Halbjahresüberschuss 1,5 71,3 >100
Cost Income Ratio 81,3 61,9  


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