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Presse
 

02.04.2009 WGZ BANK zeigt sich gut gerüstet

  • Cost-Income-Ratio bleibt mit 47,6% unter der 50%-Marke
  • Solide Kapitalausstattung mit Gesamtkapitalkennziffer bei 11,22%
  • 2009 gut gestartet, Ausblick verhalten optimistisch

Düsseldorf, 2. April 2009. „Die WGZ BANK hat sich im Jahr 2008 vergleichsweise gut geschlagen“, so Werner Böhnke, Vorsitzender des Vorstandes.  Böhnke nennt zwei Gründe für eine unverändert hohe Risikotragfähigkeit seines Instituts. „Erstens, im operativen Geschäft war das Jahr 2008 für die WGZ BANK das erfolgreichste Jahr ihrer Geschichte.“ Die Cost Income Ratio liegt mit 47,6 Prozent weiterhin klar unter der Marke 50 Prozent. „Zweitens haben wir vor den Jahren der Krise die Substanz unseres Hauses deutlich gestärkt, indem wir in großem Umfang Reserven gelegt haben.“ So wuchsen die Rücklagen im Zeitraum von 2000 bis 2007 um fast 90 Prozent auf über eine Milliarde €. Von diesen stillen Vorsorgereserven hat die Bank für das Jahr 2008 lediglich 75 Mio. € und damit 7,3% des Gesamtvolumens aufgelöst. Böhnke: „Jetzt zahlt sich unsere sparsame und konservative Vorgehensweise der Vorjahre aus.“ Aufgrund der Erfolge im operativen Geschäft zahlt die WGZ BANK je Aktie im Nennwert von 100 € auch für das Krisenjahr 2008 eine Dividende von 5 €. „Wir würden dies nicht tun, wenn wir uns nicht sicher wären, dass dies auch angemessen ist“, so Böhnke.

Die Bilanzsumme der WGZ BANK-Gruppe wuchs im Jahr 2008 auf 92,7 Mrd. €. Wesentlicher Treiber war das Geschäft mit den Mitgliedsbanken, deren Einlagen um 6,4% auf eine Rekordhöhe von 39,3 Mrd. € stiegen. Auch das Kundengeschäft entwickelte sich mit einer Ausweitung der Einlagen von 9,5% auf 29,2 Mrd. € sehr dynamisch.

Ergebnisse der WGZ BANK 2008 (nach HGB)

Der Zinsüberschuss wuchs um 0,6% auf 283,4 Mio. €. Den deutlich gestiegenen Erträgen aus Kredit- und Geldmarktgeschäften stehen ebenfalls höhere Zinsaufwendungen gegenüber. So hat sich die Zinsmarge der WGZ BANK dadurch eingeengt, dass ihr von den Mitgliedsbanken in erheblichem Umfang Einlagen zuflossen, die sie vergleichsweise attraktiv verzinst. „Damit entspricht die WGZ BANK ihrem Förderauftrag als genossenschaftliche Zentralbank“, so Böhnke.

Der Provisionsüberschuss sank aufgrund niedrigerer Umsätze im Wertpapierhandel und eines geringeren Absatzes von Zertifikaten um 3,9% auf 71,2 Mio. €. Wichtigste Säulen sind unverändert der Zahlungsverkehr, das Wertpapiergeschäft, die Vermögensverwaltung, das Zertifikategeschäft sowie das Firmenkundengeschäft.

Der Nettoertrag aus Finanzgeschäften wuchs deutlich um fast ein Drittel (31,5%) auf 48,4 Mio. €. So konnte die WGZ BANK insbesondere Gewinne im Devisenhandel realisieren. Zudem führte die erstmals vorgenommene Fair-Value-Bewertung der Handelsbestände zu einer weiteren Ergebnisverbesserung.

Der Verwaltungsaufwand der WGZ BANK stieg 2008 vergleichsweise deutlich um 6% auf 196,8 Mio. €. Der darin enthaltene Personalaufwand sank um 3,4% auf 98,4 Mio €, während sich der Sachaufwand um 14,6% auf 90,1 Mio. € erhöhte. Der höhere Sachaufwand beruht auf höheren Entwicklungs-, DV- und Werbeaufwendungen. 

Das Betriebsergebnis vor Bewertung stieg somit gegenüber dem Rekordergebnis des Vorjahres noch einmal leicht um 0,1% auf 217 Mio. €, während die Cost-Income-Ratio mit 47,6% (nach 46,1%) weiterhin deutlich unter der 50-%-Marke blieb. Die markante Ausweitung der Erträge konnte den Anstieg der Verwaltungsaufwendungen somit weitgehend kompensieren.

Die erheblichen Verwerfungen an den Finanzmärkten zeigen sich in der Ausweitung des Risikoergebnisses. So stieg die Risikovorsorge um 18,1% auf 100,4 Mio. €. Darin enthalten sind das Bewertungsergebnis auf Wertpapiere der Liquiditätsreserve von 90,8 Mio. €, das Bewertungsergebnis auf Forderungen mit 85,4 Mio. € sowie eine Auflösung von 75,8 Mio. € der Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB.

Das Betriebsergebnis sank um 11,5% auf 116,6 Mio. €.

Der Saldo aus dem sonstigen Geschäft veränderte sich infolge einer Verlustübernahme für die Irland-Tochter der WGZ BANK deutlich auf -83 Mio. €. Der Verlustübernahme von insgesamt 113 Mio. € standen unter anderem außerordentliche Erlöse aus den Veräußerungen der Beteiligungen an der dwpbank sowie der GVA gegenüber.

Unter Berücksichtigung der Steuern, die als Erstattungsanspruch in Höhe von insgesamt 16,4 Mio. € zu Buche schlagen, beträgt der Jahresüberschuss der WGZ BANK 50 Mio. € nach 109,8 Mio. € im Vorjahr.

Ergebnisse der WGZ BANK-Gruppe 2008 (nach IFRS)

Der Zinsüberschuss verbesserte sich gruppenweit deutlich um 17,3% auf 500,6 Mio. €. Wie in der WGZ BANK beruht der Anstieg in erster Linie auf einem höheren Volumen der Kredit- und Geldmarktgeschäfte.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft wuchs ebenfalls markant von 31,8 Mio. € auf 93,2 Mio. €. Grund für diesen Anstieg sind ausschließlich die in der WGZ BANK-Gruppe eingegangenen Engagements bei ausländischen Banken.

Der Provisionsüberschuss der WGZ BANK-Gruppe betrug 80,8 Mio. €. Er ging um 9,2% zurück. Auch hier waren niedrigere Erträge im Wertpapiergeschäft sowie aus der Vermögensverwaltung ausschlaggebend. Darüber hinaus stieg der Provisionsaufwand in der WL BANK aus ihrer aktiven Vermittlungstätigkeit  bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken in ihrem Kerngeschäft der privaten Wohnbaufinanzierung. 

Das Handelsergebnis der WGZ BANK-Gruppe spiegelt die Finanzkrise deutlich wider. Es sank von -54,8 Mio. € auf -542,1 Mio €. Ein Großteil des negativen Handelsergebnisses beruht auf Wertabschlägen bei erstklassigen und nicht ausfallgefährdeten Staatsanleihen, die in der Gruppe vorwiegend von der WL BANK gehalten werden. Böhnke: „Keine dieser Anleihen ist derzeit als ausfallgefährdet einzustufen.“

Das Ergebnis aus Finanzanlagen ging ebenfalls deutlich von 28,9 Mio. € auf -46,4 Mio. € zurück. Darin enthalten sind im Wesentlichen realisierte Verluste von veräußerten Wertpapieren aus der Kategorie „available for sale.“

Das Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen verbesserte sich von -9,1 Mio. € auf -6 Mio. €.

Der Verwaltungsaufwand stieg um 7,4% auf 250,2 Mio €. Wie im Mutterhaus standen in der Gruppe niedrigeren Personalaufwendungen von 3,1% deutlich höhere Verwaltungsaufwendungen von 18,4% gegenüber. Hierzu zählen erhebliche Entwicklungsaufwendungen, die der Gruppe in ihrem Geschäft mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken im Rheinland und Westfalen zugute kommen wie auch für die Weiterentwicklung der elektronischen Vertriebswege.

Das sonstige betriebliche Ergebnis sank um 19% auf 26,5 Mio. € und berücksichtigt die Umsatzerlöse der Nichtbanken-Töchter der WGZ BANK sowie negative Effekte aus der Bewertung der Pensionsrückstellungen. 

Das Ergebnis vor Steuern der WGZ BANK Gruppe reduzierte sich insgesamt deutlich auf -330 Mio. €. Darin zeigt sich, dass sich die WGZ BANK-Gruppe den Verwerfungen an den internationalen Finanzmärkten nicht gänzlich entziehen konnte. Böhnke: „Die Qualität der Portfolien der WGZ BANK-Gruppe – Ergebnis einer konservativen Anlagepolitik – lassen hohe Wertaufholungen in den kommenden Jahren erwarten.“ Das negative Ergebnis vor Steuern verpflichtet zur Aktivierung von Steuererstattungsansprüchen, die sich in einem positiven Ausweis bei den Steuern von 135 Mio. € niederschlagen.

Der Jahresüberschuss nach Steuern beläuft sich in der Gruppe auf -195 Mio. € nach 169,7 Mio. € im Jahr zuvor.

WGZ BANK-Gruppe mit sehr solider Kapitalausstattung

Das bilanzielle Eigenkapital gemäß IFRS der WGZ BANK-Gruppe fiel auf 2,6 Mrd. € (Vorjahr 2,9 Mrd. €) infolge der Abbildung des Jahresverlustes sowie infolge des Rückgangs der Neubewertungsrücklage um 52,4 Mio €. Das umfassende Periodenergebnis nach IFRS, das sich aus dem Jahresüberschuss und der Veränderung der Neubewertungsrücklage zusammensetzt, beträgt damit -247,4 Mio. €. Bezogen auf das bilanzielle Eigenkapital der WGZ BANK entspräche dieses umfassende Periodenergebnis einem insbesondere im Vergleich moderaten Kapitalverzehr von 8,6%.

Die aktuelle Gesamtkapitalkennziffer gemäß Grundsatz I beträgt 11,22%, die aktuelle Kernkapitalquote der WGZ BANK liegt bei 7,7%. Wäre eine höhere Kernkapitalquote erforderlich, könnte durch die Umbuchung stiller Vorsorgereserven in den Fonds für allgemeine Bankrisiken die Kernkapitalquote auf bis zu 9,6% erhöht werden.

Zudem verfügt die WGZ BANK über eine weiterhin komfortable Liquiditätsausstattung. Die Zahlungsmittel übersteigen die Zahlungsverpflichtungen um das 2,28-fache (Grundsatz-II-Kennziffer). Böhnke: „Dies ist auch eine im Wettbewerbsvergleich komfortable Liquiditätsausstattung.“ Zugleich verfügte die WGZ BANK per 31. 12. 2008 über eine Liquiditätsreserve von 10,1 Mrd. € als Differenz aus den Zahlungsmitteln abzüglich der Zahlungsverpflichtungen.

2009 gut gestartet mit verhaltenem Ausblick

Die WGZ BANK ist gut in das laufende Jahr gestartet und zeigt sich in allen wesentlichen Ergebniskomponenten stabil. Böhnke: „Nach den Planungen ist derzeit auch unter Berücksichtigung von Risikoszenarien, die weitere Verschlechterungen an den Kapitalmärkten einkalkulieren, nicht von einem Kapitalbedarf der WGZ BANK auszugehen.“ Obgleich die WGZ BANK keine baldige Erholung an den Kapitalmärkten erwartet, sieht Böhnke das Institut aufgrund der umfangreichen Reserven aus den Vorjahren für die Zukunft gut gerüstet.

Ertragslage der WGZ BANK 2008 (nach HGB)
  2007 2008 Veränderung in %
Zinsüberschuss 281,8 283,4 +0,6
Provisionsüberschuss 74,1 71,2 -3,9
Nettoertrag aus Finanzgeschäften 36,8 48,4 +31,5
Sonstiges betriebliches Ergebnis 9,6 10,8 +12,5
Verwaltungsaufwand -185,6 -196,8 +6,0
Betriebsergebnis vor Risikovorsorge 216,7 217,0 +0,1
Risikovorsorge -85,0 -100,4 +18,1
Betriebsergebnis nach Risikovorsorge 131,7 116,6 -11,5
Saldo sonstiges Geschäft -1,1 -83,0 >100
Steuern -20,8 16,4 < -100
Jahresüberschuss 109,8 50 -54,5
Cost-Income Ratio in % 46,1 47,6  

 

Ertragslage der WGZ BANK Gruppe 2008 (nach IFRS)
  2007 2008 Veränderung in %
Zinsüberschuss 426,9 500,6 +17,3
Risikovorsorge im Kreditgeschäft -31,8 -93,2 >100
Provisionsüberschuss 89,0 80,8 -9,2
Handelsergebnis -54,8 -542,1 >100
Ergebnis aus Finanzanlagen 28,9 -46,4 < -100
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen -9,1 -6,0 -34,1
Verwaltungsaufwand -233,0 -250,2 +7,4
Sonstiges betriebliches Ergebnis 32,7 26,5 -19,0
Ergebnis vor Steuern 248,8 -330,0 < - 100
Steuern -79,1 135,0 < - 100
Jahresüberschuss 169,7 -195,0 < - 100


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