WGZ BANKDüsseldorf, 14. Mai 2009. Im Frühjahr haben Hauptversammlungen wieder Hochsaison. Von den 30 DAX-Gesellschaften will ein Drittel in diesem Jahr ihre Dividenden reduzieren. Das Volumen der Ausschüttungen sinkt damit auf 22,5 Mrd. €, das ist ein Fünftel weniger als im Vorjahr (28,1 Mrd. €). Die höchste Ausschüttung zahlt in diesem Jahr die Deutsche Telekom mit insgesamt 3,4 Mrd. €, gefolgt von BASF und Eon mit jeweils 2,7 Mrd. € und RWE mit 2,3 Mrd. €. Die Aktionäre der Hannover Rück und der Commerzbank erhalten dagegen keine Ausschüttung.
Trotz des Rückgangs liegen die Ausschüttungen nur wenig unter der im Jahr 2007 ausgeschütteten Summe von 23,6 Mrd. Euro und deutlich über den 2004 (14,8 Mrd. €) und 2005 (18,6 Mrd. €) ausgezahlten Beträgen. Aufgrund der gesunkenen Kurse erreicht die durchschnittliche Dividendenrendite der DAX-Konzerne rund 4,5 Prozent und ist fast doppelt so hoch wie der Durchschnittswert der vergangenen zehn Jahre von 2,3 Prozent. „Insbesondere angesichts der niedrigen Kapitalmarktrenditen erstklassiger Staatsanleihen stellen die hohen Dividenden einen Risikopuffer für die Aktionäre dar“, so Volker Siedhoff, Leiter Asset Management bei der WGZ BANK.
40 Prozent des Anlageerfolgs aus Dividenden
Dividenden sind für den Anlageerfolg der Aktionäre sehr bedeutend. So stammen rund 40 Prozent der Wertentwicklung seit der Einführung des DAX aus den gezahlten Dividenden. Zudem signalisieren hohe Dividenden, dass die Unternehmen mit einer weiter positiven Gewinnentwicklung rechnen. Siedhoff: „Wer in der Vergangenheit auf Gesellschaften mit relativ hohen Dividendenzahlungen setzte, dessen Anlagestrategie wurde zumeist belohnt.“
Aktien mit hohen Dividendenrenditen bevorzugen
Wie die Dividende einer bestimmten Aktie zu bewerten ist, zeigt die Dividendenrendite. Diese Kennzahl stellt die Ausschüttung dem Aktienkurs gegenüber. Die Rangliste der Dividendenrenditen führt RWE mit 8,5 Prozent (Ausschüttung je Aktie 4,50 €) vor der Deutschen Telekom mit 8,4 Prozent (0,78 €) gefolgt von Thyssen Krupp mit 8,0 Prozent (1,30 €) und der Lufthansa mit 8,0 Prozent (0,70 €). Einige Werte aus MDAX und SDAX glänzen zum Teil sogar mit noch höheren Dividendenrenditen.
Jedoch ist die Dividendenrendite allein noch kein Garant für den Anlageerfolg. Besondere Vorsicht gilt zum Beispiel im Fall der Deutschen Telekom. Nachdem der Konzern vor Jahren die Dividende gestrichen hatte, will er nun fast seinen gesamten Gewinn ausschütten. „Es ist unsicher, ob sich das Unternehmen diese Ausschüttungspolitik auch künftig noch leisten kann. Falls der Gewinn weiter zurückgeht, könnte die Dividende gekürzt werden. Doch zeigt geplante Ausschüttung, dass der Vorstand zuversichtlich ist, das Ertragsniveau behaupten zu können“, so Siedhoff.
Tipp: Um zu beurteilen, ob man auch künftig auf satte Gewinnausschüttungen hoffen darf, sollte der Anleger neben einer hohen Dividendenrendite darauf achten, ob die Aktiengesellschaft in den vergangenen Jahren eine stabile Ausschüttungspolitik verfolgt hat. Als Faustformel gilt, dass ein Unternehmen nicht mehr als 60 Prozent seines Gewinns für die geplante Ausschüttung verwenden sollte. Bei einem überraschenden Gewinnrückgang könnte das Unternehmen andernfalls schnell gezwungen sein, die Dividende zu kürzen.