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Presse
 

01.06.2010 Dividenden als Renditepuffer in unsicheren Zeiten

  • DAX-Werte schütten über 20 Milliarden Euro aus
  • Steigende Dividenden erwartet
  • Aktien mit hohen Renditen bevorzugen

Zurzeit haben Hauptversammlungen wieder Hochsaison. Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise werden 26 von 30 DAX-Unternehmen wieder Dividenden ausschütten. Das Volumen der Ausschüttungen sinkt allerdings von 22,5 Mrd. € im Vorjahr auf nun 20,7 Mrd. €. Immerhin liegen die Ausschüttungen noch deutlich über den in den Jahren 2004 (14,8 Mrd. €) und 2005 (18,6 Mrd. €) ausgezahlten Beträgen. Und mit einer für 2010 geschätzten Dividendensteigerung von rund 10 Prozent sind die Aussichten wieder positiv. 

Vor allem die Deutsche Telekom (3,4 Mrd. €) und E.ON (2,9 Mrd. €) werden ihre Aktionäre wieder großzügig entlohnen. Danach folgen die RWE (1,9 Mrd €) und die Allianz mit jeweils 1,9 Mrd. € sowie BASF mit 1,6 Mrd. €. Keine Ausschüttungen dagegen gibt es von Infineon, Commerzbank, Lufthansa und Daimler, wobei der Autokonzern erstmals seit 14 Jahren keine Dividende zahlt.

40 Prozent des Anlageerfolgs aus Dividenden

Dividenden sind für den Anlageerfolg der Aktionäre sehr bedeutend. So stammen rund 40 Prozent der Wertentwicklung seit der Einführung des DAX aus den gezahlten Dividenden. Zudem signalisieren hohe Dividenden, dass die Unternehmen mit einer weiter positiven Gewinnentwicklung rechnen. Qualitätswerte mit überdurchschnittlicher Dividende sind in jeder Börsenphase eine gute Wahl. „Bei sinkenden Kursen bieten diese Aktien einen Sicherheitspuffer und in guten Börsenphasen profitieren sie von höheren Kursen und künftig von steigenden Dividenden“, so Volker Siedhoff, Leiter Asset Management bei der WGZ BANK.

Aktien mit hohen Dividendenrenditen bevorzugen

Wie die Dividende einer bestimmten Aktie zu bewerten ist, zeigt die Dividendenrendite. Diese Kennzahl stellt die Ausschüttung dem Aktienkurs gegenüber. Die durchschnittliche Dividendenrendite der DAX-Unternehmen liegt derzeit bei 3,2 Prozent. Diese liegt damit weiterhin deutlich über dem langfristigen Durchschnitt (seit 1. Januar 1973) von knapp 2,8 Prozent. 

Die Rangliste der Dividendenrenditen führt die Deutsche Telekom mit 8,6 Prozent (Ausschüttung je Aktie 0,78 €) an, vor RWE und E.ON mit 5,8 Prozent (3,50 €, 1,50 €). Die Münchener Rück erreicht 5,4 Prozent (5,75 €) und die Deutsche Post  4,9 Prozent (0,60 €).

Jedoch ist die Dividendenrendite allein noch kein Garant für den Anlageerfolg. „Konzerne wie die Deutsche Telekom oder ThyssenKrupp versuchen die Dividendenforderung einflussreichen Großanleger zu erfüllen und schütten mehr aus als die Gesellschaften im letzten Geschäftsjahr verdienen konnten. Hierzu greifen sie auf ihr Eigenkapital zurück. Es ist fraglich, ob sich diese Unternehmen diese Ausschüttungspolitik auch künftig noch leisten können. „Falls der Gewinn weiter zurückgeht, könnte die Dividende gekürzt werden“, so Siedhoff.

Tipp: Um zu beurteilen, ob man auch künftig auf satte Gewinnausschüttungen hoffen darf, sollte der Anleger neben einer hohen Dividendenrendite darauf achten, ob die Aktiengesellschaft in den vergangenen Jahren eine vernünftige Ausschüttungspolitik verfolgt hat. Als Faustformel gilt, dass ein Unternehmen nicht mehr als 60 Prozent seines Gewinns für die geplante Ausschüttung verwenden sollte. Bei einem überraschenden Gewinnrückgang könnte das Unternehmen andernfalls schnell gezwungen sein, die Dividende zu kürzen. Anleger sollten solche Unternehmen bevorzugen, die trotz Krise eine Dividende zahlen und dabei nicht auf ihre Substanz zurückgreifen müssen.



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